Fahrradurlaub in Flandern

17. Dezember 2010

Dass man das Fahrrad in Belgien sowohl als Fortbewegungsmittel als auch für Spaß und Sport sehr schätzt, ist hinlänglich bekannt. Sobald die ersten Sonnenstrahlen auf die Erde scheinen, kommen auch schon die ersten Radfahrer aus ihren Winterquartieren bekrabbelt und genießen die herrliche Landschaft der Gegend vom Fahrrad aus.
Aus diesem Grunde ist Belgien und vor allem Flandern auch so beliebt für einen Fahrradurlaub. Denn das Angebot an herrlichen Radwegen ist riesig und um in Flandern auf eine ordentliche Steigung zu stoßen, muss man schon ziemlich gut suchen. Wochen lang kann man in Flandern seinen Radurlaub verbringen und auf jeder Tour eine neue Route erkunden, denn das Netz von Radwegen erstreckt sich über hunderte von Kilometern und viele der Touren sind mit einem Thema versehen und versprechen überaus abwechslungsreiche Eindrücke. Besonders wer einfach einen entspannten Urlaub in der Natur verbringen möchte und die Gegend ohne Ambitionen auf sportliche Höchstleistungen mit dem Rad erkunden möchte, kommt immer wieder gern ins schöne Flandern. Ein weiteres Plus ist die vorbildliche Beschilderung der verschiedenen Routen, die es den Radfahrern ermöglicht, auf ihren Touren alle erreichbaren Sehenswürdigkeiten gleich „mitzunehmen“. Ein kleiner Abstecher in Richtung Norden, ein kurzer Umweg in die nächstgelegene Stadt und schon wird die entspannte Radtour ganz nebenbei noch zur Sightseeing-Tour durch Flandern.
Doch auch für ambitionierte Radfahrer ist Flandern natürlich eine überaus interessante Adresse und zwar nicht nur, weil bedeutende Radrennfahrer wie der so genannte „Löwe von Flandern“, der legendäre Johan Museeuw und der viel gerühmte Gewinner der Tour-de-France, Eddy Merckx, aus Flandern stammen. Wie ein Magnet wirken auf Radsportbegeisterte auch die vielen Radrennveranstaltungen, die das ganze Jahr über stattfinden. Wer es richtig ernst meint, kann sich natürlich auch einmal auf sein Rad schwingen und es den großen Idolen gleichtun. Der Kemmelberg bei Kemmel, genau wie die gefürchtete Mauer von Geraadsbergen sind alles andere als leichte Etappen und eine echte Herausforderung für jeden, der seine Limits in Sachen Radsport einmal austesten möchte.

Brügge

22. September 2010

Ziemlich weit im Westen Flanderns liegt Brügge, die schöne Hauptstadt der Provinz Westflandern. 117.000 Menschen leben hier heute.
Der Aufstieg dieser Stadt beginnt im Jahr 1134 durch eine Sturmflut. Plötzlich verfügt Brügge durch eine Fahrrinne über einen Zugang zum Meer – der internationale Handel nimmt fortan deutlich an Fahrt auf. Brügge wird Hansestadt und gilt als reichste Stadt Europas. Mit dem Ende des Mittelalters geht für Brügge allerdings auch der Zugang zum Meer zu Ende. Die Meeresbucht versandete, Brügge war wieder vom Handel abgeschnitten und verarmte. Im 19. Jahrhundert gelingt der Stadt ein Wiederaufstieg, in dem man sich auf Kultur und Bildung besinnt. Die langsame Entwicklung bis dahin hat dazu geführt, dass die Altstadt und das Stadtbild heute noch sehr ursprünglich erhalten ist – die Grundlage für die heutige Anziehungskraft als Touristenmagnet. Die Stadt musste in den vergangenen Jahrhunderten nie unter Kriegen oder sonstigen Zerstörungen leiden, umso eindrucksvoller präsentiert sich das Stadtbild dem Brügge-Besucher.
Die mittelalterliche Altstadt ist von klassischen Wallanlagen umschlossen, kleine Kanäle durchziehen die ganze Stadt. Eine Erkundung lohnt daher nicht nur zu Fuß, sondern auch auf dem Wasser. Sehenswert sind insbesondere der große Marktplatz, das Alte Rathaus und die Kathedrale von Brügge. Die Stadt ist Bischofssitz.
Der Kulturinteressierte findet in Brügge sehr schöne Museen. Die Stadt selbst betreibt eine ganze Reihe von Ausstellungen, darunter mehrere Museen für „schöne Künste“ also Malereien und Skulpturen der verschiedenen Epochen. Dazu kommen weitere interessante private Museen wie ein Schokoladen- und ein Brauereimuseum.