Gent ist sowohl die Hauptstadt des Arrodissements als auch der zu Belgien gehörenden Provinz Ostflandern. Die Stadt hat knapp eine viertel Million Einwohner und kann auf ein Wachstum seiner Bevölkerung von etwa einem halben Prozent pro Jahr verweisen. Das weist darauf hin, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse in Takt sind und dass Gent durchaus lebenswert ist. Einen wesentlichen Anteil an der Zunahme der Einwohnerzahl haben sicherlich die etwa 32 000 Studenten, die an der hiesigen Universität studieren.
Die Stadt liegt am Zusammenfluss der Schelde und der Leie, etwa 80 km nordwestlich der belgischen Hauptstadt Brüssel. Der Name der Stadt Gent leitet sich aus dem keltischen Ganda ab, was soviel wie Zusammenfluss oder Mündung bedeutet. Nach der Römerherrschaft wurden die Stadt und das umliegende Gebiet durch die Franken eingenommen. Schon im neunten Jahrhundert plünderten die Normannen die Region um Gent. Im elften Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der Textilproduktion. Sie war damals nach Paris die zweitgrößte Stadt im nördlichen Europa. Mächtige Zünfte bildeten sich, die den mittelalterlichen Fürsten erfolgreich Paroli boten. Die Zünfte gewannen immer mehr an Einfluss und Macht und legten großen Wert auf ihre Eigenständigkeit. Der herrschende Adel hatte es nicht leicht mit ihnen.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Gent für 15 Jahre niederländisch, um dann für die Zukunft zum Königreich Belgien zu gehören. Niederländisch ist auch heute noch die offizielle Sprache. Jedoch wird in der Stadt selbst der örtliche ostflämische Dialekt gesprochen. Aber auch Französisch, Deutsch und Englisch werden weitgehend gesprochen oder zumindest verstanden.
Da Gent in den zwei Weltkriegen so gut wie unzerstört blieb, kann es zahlreiche Sehenswürdigkeiten vorweisen. Zu ihnen zählen die mittelalterliche Altstadt, der Belfried, die Grafenburg Gravensteen, die Sankt-Bavo-Kathedrale mit dem Genter Altar, das Rathaus und das spätmittelalterliche riesige Geschütz Dulle Griet. Jährlich findet das Festival von Flandern statt, allerdings an verschiedenen Orten. In manchen Jahren hat auch die Stadt Gent die Ehre, es in seinen Mauern zu beherbergen.