Ziemlich weit im Westen Flanderns liegt Brügge, die schöne Hauptstadt der Provinz Westflandern. 117.000 Menschen leben hier heute.
Der Aufstieg dieser Stadt beginnt im Jahr 1134 durch eine Sturmflut. Plötzlich verfügt Brügge durch eine Fahrrinne über einen Zugang zum Meer – der internationale Handel nimmt fortan deutlich an Fahrt auf. Brügge wird Hansestadt und gilt als reichste Stadt Europas. Mit dem Ende des Mittelalters geht für Brügge allerdings auch der Zugang zum Meer zu Ende. Die Meeresbucht versandete, Brügge war wieder vom Handel abgeschnitten und verarmte. Im 19. Jahrhundert gelingt der Stadt ein Wiederaufstieg, in dem man sich auf Kultur und Bildung besinnt. Die langsame Entwicklung bis dahin hat dazu geführt, dass die Altstadt und das Stadtbild heute noch sehr ursprünglich erhalten ist – die Grundlage für die heutige Anziehungskraft als Touristenmagnet. Die Stadt musste in den vergangenen Jahrhunderten nie unter Kriegen oder sonstigen Zerstörungen leiden, umso eindrucksvoller präsentiert sich das Stadtbild dem Brügge-Besucher.
Die mittelalterliche Altstadt ist von klassischen Wallanlagen umschlossen, kleine Kanäle durchziehen die ganze Stadt. Eine Erkundung lohnt daher nicht nur zu Fuß, sondern auch auf dem Wasser. Sehenswert sind insbesondere der große Marktplatz, das Alte Rathaus und die Kathedrale von Brügge. Die Stadt ist Bischofssitz.
Der Kulturinteressierte findet in Brügge sehr schöne Museen. Die Stadt selbst betreibt eine ganze Reihe von Ausstellungen, darunter mehrere Museen für „schöne Künste“ also Malereien und Skulpturen der verschiedenen Epochen. Dazu kommen weitere interessante private Museen wie ein Schokoladen- und ein Brauereimuseum.