Archiv für Juni 2007

Kurze Geschichte Flanderns

Dienstag, 12. Juni 2007

Das Gebiet des heutigen Flanderns war schon vor 100.000 Jahren durch die Neandertaler bewohnt. Ab dem 9. Jahrhundert v. Chr. erschienen hier dann die Jäger und Sammler, erst im 3. Jahrhundert v. Chr. verbreitete sich aber die Landwirtschaft. Nach der keltischen Besiedlung folgte dann ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. die römische Besetzung. Julius Caesar gab der neu untergeordneten Provinz den Namen Gallia Belgica. Die römische Herrschaft dauerte bis 431 n. Chr., bis die Franken die unabhängige Dynastie der Merowinger gründeten, auf die nach nicht allzu langer Zeit die Dynastie der Karolinger folgte. Während der Herrschaft dieser zweiten Dynastie erlebte Flandern eine Blütezeit, seine Grenzen wurden erweitert, der Handel besser organisiert und die flämische Wolle wurde in ganz Europa weit verbreitet und geschätzt. Franken, das Reich zu dem Flandern gehörte, zerfiel 843 in drei Teile. Der Großteil des heutigen Belgiens kam zum sogenannten Mittelreich. Dieses zerfiel aber ebenfalls kurz nach seiner Gründung, und Flandern kam zum jungen Königreich Frankreich. Zu dieser Zeit bestand Flandern zum Großteil aus Städten, die von Grafen regiert wurden. Im 14. Jahrhundert fand in diesen Städten ein bedeutendes Wirtschaftswachstum statt, speziell bedingt wegen des erfolgreichen Handels mit feinen Tüchern. Während des Hundertjährigen Krieges stellte England den Export von Wolle ein, worunter dieser Wirtschaftsbereich stark zu leiden hatte. 1384 kam Flandern unter die Herrschaft der englischen Krone, und nach der darauf folgenden langen spanischen Herrschaft (durch Erbfolge) kam Flandern bis 1780 unter österreichische Herrschaft. Seit 1831 ist Flandern Teil des selbstständigen Belgiens.