Archiv für die Kategorie ‘wichtige Städte’

Antwerpen

Mittwoch, 15. Juni 2011

Die bedeutendste Hafenstadt in unserem Nachbarland Belgien ist ohne Zweifel Antwerpen, das im flämischen Teil des Landes liegt. Antwerpen ist gleichzeitig die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Mit knapp einer halben Million Einwohnern ist die Stadtregion die zweitgrößte nach Brüssel. Noch im sechzehnten Jahrhundert zählte die Stadt Antwerpen zu den bevölkerungsreichsten Städten der Welt. Dieser wirtschaftliche Aufschwung ließ auch die Künste erblühen und bedeutende Maler wie Peter Paul Rubens ließen sich hier nieder. Der Hafen von Antwerpen ist der zweitgrößte Seehafen in Europa. Die hieraus resultierenden Handelsverbindungen führten dazu, dass sich hier der weltweit bedeutendste Handelsplatz für Diamanten und deren Weiterverarbeitung entwickeln konnte.

Antwerpen liegt am Fluss Schelde, etwa 90 km bevor diese in die Nordsee mündet. Noch im Stadtgebiet weitet sich der Fluss zu einer breiten Trichtermündung aus, die von Seeschiffen befahren werden kann. Dieser Umstand war die Voraussetzung dafür, dass sich hier der heutige Seehafen entwickeln konnte. Der starke Schiffsverkehr ist auch der Grund, weshalb es hier keinerlei Brücken über den Fluss gibt. Um dem Verkehrsaufkommen gerecht zu werden, wurden zahlreiche Tunnel unter der Schelde angelegt. Im Norden reicht das Stadtgebiet bis an die belgisch-niederländische Grenze.

Antwerpen ist eine der wenigen in Zentraleuropa gelegenen Großstädte, die noch einen intakten historischen Stadtkern vorweisen können. Viele Kunst- und Baudenkmale, die in der Blütezeit Antwerpens entstanden, sind auch heute noch zu bewundern. Speziell Bauwerke des Spätmittelalters, des Barocks und der Renaissance sind noch sehr gut erhalten beziehungsweise sehr gut restauriert. Ebenso findet der an Architektur Interessierte viele Bauten des Jugendstils. So gilt Antwerpen als eine der sehenswertesten Großstädte und stellt einen Magnet für den Städtetourismus dar.

Obwohl die Mehrzahl der Antwerpener römisch-katholischen Glaubens ist, war die Stadt durch den weltweiten Handel schon immer sehr weltoffen geprägt. Die Universität Antwerpen entstand aus drei kleineren Vorgängerinnen. Weiterhin befinden sich hier mehrere Hochschulen und wissenschaftliche Institute. Außer dem Hafen spielte wirtschaftlich das Automobilwerke von General Motors vor den Toren der Stadt eine wichtige Rolle. Dies wurde jedoch im Dezember des Jahres 2010 geschlossen. Dennoch ist Antwerpen nach wie vor eine blühende Metropole und immer eine Reise wert.

Gent

Donnerstag, 17. Februar 2011

Gent ist sowohl die Hauptstadt des Arrodissements als auch der zu Belgien gehörenden Provinz Ostflandern. Die Stadt hat knapp eine viertel Million Einwohner und kann auf ein Wachstum seiner Bevölkerung von etwa einem halben Prozent pro Jahr verweisen. Das weist darauf hin, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse in Takt sind und dass Gent durchaus lebenswert ist. Einen wesentlichen Anteil an der Zunahme der Einwohnerzahl haben sicherlich die etwa 32 000 Studenten, die an der hiesigen Universität studieren.

Die Stadt liegt am Zusammenfluss der Schelde und der Leie, etwa 80 km nordwestlich der belgischen Hauptstadt Brüssel. Der Name der Stadt Gent leitet sich aus dem keltischen Ganda ab, was soviel wie Zusammenfluss oder Mündung bedeutet. Nach der Römerherrschaft wurden die Stadt und das umliegende Gebiet durch die Franken eingenommen. Schon im neunten Jahrhundert plünderten die Normannen die Region um Gent. Im elften Jahrhundert entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der Textilproduktion. Sie war damals nach Paris die zweitgrößte Stadt im nördlichen Europa. Mächtige Zünfte bildeten sich, die den mittelalterlichen Fürsten erfolgreich Paroli boten. Die Zünfte gewannen immer mehr an Einfluss und Macht und legten großen Wert auf ihre Eigenständigkeit. Der herrschende Adel hatte es nicht leicht mit ihnen.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Gent für 15 Jahre niederländisch, um dann für die Zukunft zum Königreich Belgien zu gehören. Niederländisch ist auch heute noch die offizielle Sprache. Jedoch wird in der Stadt selbst der örtliche ostflämische Dialekt gesprochen. Aber auch Französisch, Deutsch und Englisch werden weitgehend gesprochen oder zumindest verstanden.

Da Gent in den zwei Weltkriegen so gut wie unzerstört blieb, kann es zahlreiche Sehenswürdigkeiten vorweisen. Zu ihnen zählen die mittelalterliche Altstadt, der Belfried, die Grafenburg Gravensteen, die Sankt-Bavo-Kathedrale mit dem Genter Altar, das Rathaus und das spätmittelalterliche riesige Geschütz Dulle Griet. Jährlich findet das Festival von Flandern statt, allerdings an verschiedenen Orten. In manchen Jahren hat auch die Stadt Gent die Ehre, es in seinen Mauern zu beherbergen.